Hochmut

 

Zähne brachen knirschend aus dem Kiefer. Der Hinterkopf knallte auf die Stahlleiter und krachte einige Meter tiefer in die Betonwand. Wie die Bowlingkugel eines Anfängers.

Das Jochbein zersplitterte. 

Er blieb stecken, tastete nach den vertrauten Griffen, doch die gebrochenen Finger gehorchten nicht mehr, die blutigen Hände rutschten ab, konnten das Gewicht nicht halten. Stumm fiel er weiter in die Tiefe. Niemand würde seine Schreie hören. Es war sinnlos. Es war seine Schuld. Hochmut kam vor dem Fall. Der weise König Salomon im Alten Testament. Er sah sich mit kurzen Hosen in der Sonntagsschule. 

Die raue Wand zerriss die Werkhosen und raspelte die Haut an den Knien auf. Ein stechender Schmerz, ein lärmendes Feuerwerk greller Lichtpunkte. Die Bowlingkugel donnerte wieder an die Bande. Die Nase schlug auf einer Stiege auf, wurde ins Hirn getrieben, löschte das Lichtgewitter. 

Als er fünfzig Meter tiefer aufschlug, brach das Becken. Der Sechskantschlüssel schepperte. Dann war es still, abgesehen von einem herabrieselnden Zahn, der seine Wange traf und über den Deckel kullerte. 

Eine ruhige Klarheit umfasste ihn. Schwarz und schwer und drückend. Er hatte vorhin gelogen. Aber er hätte seine Ruth nicht betrügen sollen. Er hätte das Geld nicht nehmen sollen. Er roch Natascha, ihre Blumen, ihr Haar. Im Adlon. Das Meer. Die Strände Mallorcas. Schwarze Pferde galoppierten auf ihn zu. Er wollte sie aufhalten und öffnete die Augen. Weit oben das kleine, runde Loch. Unerreichbar. 

Seine Kehle war ausgetrocknet. Durst. Durst! 

Die Bäume am Tegeler See wogten rauschend in der Dunkelheit. 

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